vom Gehen und Bleiben

Simone Radzuweit

Die Trauer eines Vaters - Markus Janowsky

22.10.2026 46 min

Zusammenfassung & Show Notes

Markus’ Sohn Julian stirbt mit 19 Jahren plötzlich. Seitdem ist nichts mehr wie vorher. Markus erzählt, wie sich seine Trauer, seine Familie und sein Blick auf das Leben verändert haben – und warum er das Bild vom starken Mann heute anders sieht. Ein Gespräch über verlorene Leichtigkeit, Sehnsucht, Wut und Neid, über die besondere Unterstützung durch andere trauernde Väter und darüber, wie Julian in seinem Leben weiterhin einen Platz hat.

Markus Janowskys Sohn Julian war 19 Jahre alt, als er unerwartet verstarb. Bis dahin beschreibt Markus sein Leben als leicht und sorgenfrei. Familie, Freunde, gemeinsame Hobbys – vieles fühlte sich selbstverständlich an. Mit Julians Tod ist diese Selbstverständlichkeit verschwunden.
In dieser Folge erzählt Markus sehr offen davon, wie sich sein Blick auf das Leben verändert hat. Von verlorener Leichtigkeit und fehlender Vorfreude, aber auch davon, was für ihn heute an Bedeutung gewonnen hat: seine Familie, enge Freundschaften und die Menschen, die geblieben sind.
Wir sprechen darüber, was es für ihn bedeutet, als Vater und als Mann zu trauern. Markus kannte von sich die Rolle des Starken: Verantwortung übernehmen, Lösungen finden, die Familie beschützen. Nach Julians Tod hat er zunächst genau das getan. Heute stellt er dieses Bild infrage. Warum sollte ein trauernder Vater immer derjenige sein, der seine Familie trägt? Wo darf er selbst hilflos und verletzlich sein?
Markus erzählt auch von seiner Gefühlswelt – von Sehnsucht und Traurigkeit, aber ebenso von Wut und Neid. Davon, wie unvermittelt Trauer mitten im Alltag auftauchen kann und wie anstrengend dieser ständige Wechsel zwischen normalen Momenten und einem plötzlich wieder sehr präsenten Verlust ist.
Ein wichtiger Halt sind für ihn andere verwaiste Eltern. Markus berichtet von seiner Trauerbegleitung, einer Gruppe für Eltern nach dem plötzlichen Tod eines Kindes und von der besonderen Erfahrung, mit anderen trauernden Vätern zusammenzukommen. Dort muss er weder erklären noch stark sein.
Und wir sprechen darüber, wie Julian heute einen Platz in seinem Leben behält: beim Fußball, in Erinnerungen und durch ein ganz persönliches Zeichen, das Markus und seine Familie an verschiedenen Orten hinterlassen.
Zum Ende lernen wir Julian noch ein wenig kennen: einen lebensfrohen, sportlichen jungen Mann, der Menschen zusammenbringen konnte und für den Gemeinschaft und Gerechtigkeit wichtig waren.
In dieser Folge geht es unter anderem um:
  • Trauer aus der Perspektive eines Vaters
  • Erwartungen an Männer in Krisen und Trauer
  • die Rolle des „Starken“ in der Familie
  • unterschiedliche Trauer innerhalb einer Familie
  • Sehnsucht, Wut, Neid und andere Gefühle in der Trauer
  • Trigger und die unsichtbare Anstrengung des Traueralltags
  • die Veränderung von Trauer mit der Zeit
  • Trauerbegleitung und den Austausch mit anderen verwaisten Eltern
  • die besondere Bedeutung von Vätergruppen
  • persönliche Formen der Erinnerung und der Verbindung zu einem verstorbenen Kind
  • die Frage, wie ein Leben mit dem Verlust weitergehen kann
Dies ist der erste Teil des Gesprächs.
In der nächsten Folge sitzen Markus und sein Freund Matthias gemeinsam bei mir. Wir sprechen darüber, was Julians Tod mit ihrer Freundschaft gemacht hat: über Erwartungen und Missverständnisse, unterschiedliche Vorstellungen von Trauer und die schwierige Erfahrung, dass das Leben des einen weitergeht, während für den anderen nichts mehr so ist wie vorher.

Verein Trauernde Eltern und Kinder Rhein-Main e. V.: https://eltern-kinder-trauer.de

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Mehr über meine Arbeit und den Podcast „Vom Gehen und Bleiben“ findest du auf meiner Website.


Mehr über mich und „Vom Gehen und Bleiben“
Ich bin Simone Radzuweit, Trauerbegleiterin, Heilpraktikerin für Psychotherapie und Palliative-Care-Fachkraft. In meiner Praxis in Wiesbaden begleite ich Menschen in Trauer, Krisen und Lebensübergängen und biete Gespräche zu Advance Care Planning (ACP) an.

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